Überblick
Umsatz 2008 bei unveränderten Währungseffekten um 6 Prozent gestiegen (ausgewiesen: 1 Prozent)
EBITDA 2008 vor Sonderposten und National Starch bei unveränderten Währungseffekten, in Übereinstimmung mit den Vorgaben
Verlangsamung im 4. Quartal in allen drei Geschäftsbereichen und in allen Regionen deutlich; EBITDA um 12 Prozent gesunken bei unveränderten Währungseffekten (ausgewiesen: 17 Prozent)
Im 4. Quartal unbare Einmalbelastung der immateriellen ICI-Anlagenwerte von 1,2 Milliarden EUR nach Steuern und Sonderausgaben von 0,6 Milliarden EUR führten zu einem Jahresverlust von 1,1 Milliarden EUR.
Restrukturierung soll tiefer und schneller durchgeführt werden
Das Dividendenniveau von 2007 von 1,80 EUR bleibt unverändert
Starke Bilanz stark, aus Gründen der Vorsicht wird jedoch das Aktienrückkaufprogramm nicht zu Ende geführt
- Die langfristigen Grundlagen von AkzoNobel bleiben solide
Finanzielle Highlights
| Q4 2008 | Q4 2007* | % | EUR mln | FY 2008 | FY 2007* | % |
| 3,669 | 3,656 | - | Umsatz bei unveränderten Währungseffekten* | 16,202 | 15,255 | 6 |
| 3,561 | 3,656 | (3) | Umsatz | 15,415 | 15,255 | 1 |
| 391 | 444 | (12) | EBITDA bei unveränderten Währungseffekten * | 1,987 | 2,011 | (1) |
| 356 | 408 | (13) | EBITDA* bei unveränderten Währungseffekten ohne National Starch | 1,841 | 1,870 | (2) |
| 368 | 444 | (17) | EBITDA** | 1,878 | 2,011 | (7) |
| 10.3 | 12.1 | | EBITDA-Marge (in %)* | 12.2 | 13.2 | |
| 121 | 196 | (38) | Nettoergebnis aus fortgeführten Geschäftsaktivitäten* | 742 | 859 | (14) |
| (1,486) | 56 | | Gesamtnettoergebnis/(verlust) nach Sonderposten | (1,086) | 595 | |
1 Pro-forma
** Fortgeführte Geschäftsaktivitäten vor Sonderposten
Akzo Nobel N.V. (AkzoNobel) gab heute die Ergebnisse für das 4. Quartal und für das Gesamtjahr 2008 bekannt. Das Unternehmen nannte für 2008 einen Umsatz bei unveränderten Währungseffekten von 16,2 Milliarden EUR,6 Prozent mehr als im vergangenen Jahr (ausgewiesen: 1 Prozent).
Obwohl die Zahlen für das Gesamtjahr zeigen, dass das Unternehmen 2008 insgesamt ein Umsatzwachstum erreichte, wird der Ernst der sich verschlechternden Weltwirtschaft zum Ende des 4. Quartals deutlich.
„Unsere Ergebnisse für das 4. Quartal spiegeln die negativen Folgen des Wirtschaftsklimas in vielen unserer Geschäfte wider", sagte CEO Hans Wijers. „Die Tatsache, dass wir ein erhebliches Restrukturierungsniveau umgesetzt haben, ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass im ganzen Unternehmen Maßnahmen ergriffen werden, um die Auswirkungen der gegenwärtigen internationalen Krise zu mildern.
„Die Grundlagen von AkzoNobel bleiben solide", fuhr er fort. „Wir haben starke Marktpositionen in einer Reihe von ausgesprochen attraktiven Sektoren mit einer breiten geografischen Streuung. Wir haben eine starke Bilanz mit einem überschaubaren Refinanzierungsbedarf für 2009. Die Maßnahmen, die wir ergreifen, bedeuten, dass unser Unternehmen gut aufgestellt ist, um den gegenwärtigen Herausforderungen zu begegnen und folglich in Form zu sein, um den Aufschwung zu nutzen, sobald er kommt."
Hans Wijers weiter: „Es ist uns sehr bewusst, dass die globalen Marktbedingungen und die fehlende Übersichtlichkeit keine Gewissheit bieten. Das raue Geschäftsumfeld gegen Ende des vierten Quartals hat sich 2009 fortgesetzt. Deshalb rechnen wir damit, dass dieses Jahr sehr schwierig wird. Nichtsdestotrotz konzentrieren wir uns weiterhin darauf, mittelfristig unser Ziel einer EBITDA-Marge von 14 Prozent bis Ende 2011 zu erreichen; weiter die ICI-Synergien von 340 Millionen EUR zu erbringen; im ganzen Unternehmen Programme zum Margen-Management und ein rigoroses Kostenmanagement durchzuführen."
| 2008 | Absatz | Preis | Akquisitionen/
Desinvestitionen | Währung | Insgesamt |
Decorative
Paints | (3)% | 4% | 1% | (5)% | (3)% |
Performance
Coatings | (1)% | 4% | 1% | (5)% | (1)% |
Specialty
Chemicals | (1)% | 10% | 1% | (5)% | 5% |
| Insgesamt | (1)% | 6% | 1% | (5)% | 1% |
Das Umsatzwachstum für das 4. Quartal entwickelte sich folgendermaßen:
| Q4 | Absatz | Preis | Akquisitionen/
Desinvestitionen | Währung | Insgesamt |
Decorative
Paints | (10)% | 8% | | (4)% | (6)% |
Performance
Coatings | (6)% | 4% | | (2)% | (4)% |
Specialty
Chemicals | (11)% | 16% | 1% | (3)% | 3% |
| Total | (10)% | 9% | 1% | (3)% | (3)% |
Decorative Paints – Margen-Management kompensierte teilweise Absatzrückgang
Der Umsatz stieg 2008 bei unveränderten Währungseffekten um 2 Prozent; der Druck auf die Margen wurde durch ein Preismanagement, das die gestiegenen Rohstoffpreise ausglich, in allen Regionen gemildert. Synergievorteile, die positiver als erwartet ausfielen, glichen die Kosteninflation aus, während ein zweistelliges Wachstum bei unveränderten Währungseffekten in Asien verbucht wurde.
Im vierten Quartal erlebte Decorative Paints eine Verlangsamung in den Wachstumsmärkten. Der Umsatz lag für das Quartal bei unveränderten Währungseffekten leicht unter dem des Vorjahres; Preiserhöhungen und eine stärkere Produktpalette konnten den Absatzrückgang nicht vollkommen ausgleichen. Mit 7,9 Prozent sank die EBITDA-Marge im Vergleich zu 10,5 Prozent des Vorjahres.
Performance Coatings – stabile Leistung, deutliche Schwächung im 4. Quartal
Es war ein durchwachsenes Jahr für den Gechäftsbereich Performance Coatings, der mit wechselhaften Rohstoffpreisen und Währungen zu kämpfen hatte. Für Marine & Protective Coatings war 2008 sehr gut, wohingegen die negativen Folgen des Konjunkturrückgangs sich im vierten Quartal voll und ganz auf unsere Industrial Activities auswirkten. Die Absatzmengen blieben 2008 stabil, aber der Umsatz lag ein Prozent unter dem von 2007 und die Margen blieben beinahe konstant. Das Margen-Management glich die gestiegenen Rohstoffkosten aus, Währungen hatten eine Abwärtswirkung von 5 Prozent. Akquisitionen und Desinvestitionen trugen zu einem Wachstum von 1 Prozent bei. 2008 betrug die EBITDA-Marge 12,2 Prozent (2007: 12,6 Prozent) – angesichts der wirtschaftlichen Umstände eine befriedigende Leistung.
Die Absatzmengen im letzten Quartal sanken im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent, wurden aber teilweise durch die Produktpalette und das Margen-Management aufgewogen. Außerdem verzeichnete Performance Coatings einen negativen Währungseffekt von 2 Prozent. Mehrere Initiativen zur Kostenkontrolle wurden eingeführt, um unsere Kostenstruktur an die veränderte Marktlage anzupassen und die negativen Auswirkungen auf die Margen zu begrenzen. Die geographische Streuung und die Bandbreite der von uns bedienten Branchen gaben uns einen gewissen Schutz vor den Auswirkungen der Schwankungen in einzelnen Märkten.
Specialty Chemicals– solide Leistung aber gesunkene Nachfrage
Specialty Chemicals lieferte 2008 trotz nachlassender Nachfrage und wechselhafter Rohstoffpreise eine solide Leistung und ein respektables viertes Quartal. Der Umsatz stieg im Vergleich zu 2007 um 5 Prozent, während das autonome Wachstum 9 Prozent betrug. 2008 lag der EBITDA vor Sonderposten bei 891 Millionen EUR.
Die Marktschwäche verstärkte sich für Specialty Chemicals zum Jahresende. Sie trieb die Kunden zu einem verstärkten Abbau der Lagerbestände an und führte zu einem Absatzrückgang von 11 Prozent im vierten Quartal. Dieser Absatzrückgang wurde jedoch durch ein effektives Margen-Management mehr als wettgemacht
und ergab einen Umsatzzuwachs von 3 Prozent. Vor Sonderposten betrug der EBITDA für das Quartal 183 Millionen EUR, 13,1 Prozent des Umsatzes.
Restrukturierung und Einmalbelastung
Am 29. September 2008 kündigte AkzoNobel Maßnahmen an, um die Synergien des erweiterten Unternehmens zu beschleunigen und die operative Effektivität durch zusätzliche Kosteneinsparungen von mindestens 100 Millionen EUR zu verbessern. Das führte zu Sonderbelastungen von 205 Millionen EUR und brachte den Betrag für 2008 auf insgesamt 275 Millionen EUR. Als Reaktion auf die gesunkene Nachfrage im 4. Quartal und die schlechte Übersichtlichkeit hat AkzoNobel weitere Maßnahmen ergriffen, um Kosten zu senken und Margen zu schützen und sich dabei insbesondere auf Decorative Paints in Kontinentaleuropa konzentriert.
Zum Jahresende beschäftigten die fortgeführten Geschäftseinheiten ungefähr 1.660 Mitarbeiter weniger als im vergangenen Jahr. Zu den Kostenreduzierungsmaßnahmen gehören Fremdkosten, das Einfrieren der Gehälter von Vorstand und mehr als 500 Führungskräften und wo möglich, für die meisten anderen Mitarbeiter im Jahr 2009.
Angesichts der gegenwärtigen Marktlage und der weiterhin für die Zukunft nicht erkennbaren globalen Nachfrage hat das Unternehmen den Marktwert seiner Anlagenwerte gegenüber den niedrigeren Wachstumsraten bewertet, die es nun erwartet. Das hat zu einer unbaren Einmalbelastung von 1,2 Milliarden EUR nach Steuern im 4. Quartal geführt, die den Wert der immateriellen ICI-Anlagenwerte in Verbindung mit den Geschäftseinheiten von Decorative Paints und von National Starch abdeckt.
„Unsere regelmäßige Einschätzung des Marktwertes unserer Anlagenwerte wurde vor dem Hintergrund der deutlich veränderten Marktlage durchgeführt. Als Ergebnis haben wir den Wert der mit ICI verbundenen immateriellen Anlagenwerte nach unten angepasst", kommentierte Finanzvorstand Keith Nichols. „Diese unbare Anpassung bezieht sich auf die Geschäftseinheiten von Decorative Paints und die Neueinstufung von National Starch, das ursprünglich in unseren Büchern als ein zum Verkauf stehender Vermögenswert stand."
Gewinn je Aktie und Dividende
Das Nettoergebnis aus fortgeführten Geschäftsaktivitäten vor Sonderposten sank um 14 Prozent auf 742 Millionen EUR. Die Auswirkungen auf den Gewinn je Aktie wurden auf einen Rückgang von 4 Prozent gemildert. Das lag an den Aktienrückkaufprogrammen von 2007 und 2008.
Am 10. November 2008 wurde für 2008 eine Abschlagsdividende von 0,40 EUR pro Stammaktie ausgeschüttet. AkzoNobel schlägt als endgültige Dividende 1,40 EUR vor, was zu einer Gesamtdividende für 2008 von 1,80 EUR führt (2007: 1,80 EUR).
Finanzierungsstatus von Pensionen verbessert
Der Finanzierungsstatus der Pensionspläne zum Jahresende 2008 wies ein Defizit von 988 Millionen EUR aus; zum Ende des Jahres 2007 waren es 1.510 Millionen EUR (pro-forma). Die Folgen von niedrigeren Erträgen auf Planvermögen und die Übernahme von ICI wurde durch zusätzliche Beiträge (hauptsächlich in Großbritannien) und der Wirkung gestiegener Diskontsätze mehr als ausgeglichen. Jedoch wird für 2009 ein unbarer Anstieg der Pensionskosten von ungefähr 115 Millionen EUR erwartet, weil das Unternehmen die niedrigeren Erträge auf Planvermögen aufgrund seines Werteverfalls im Jahr 2008 berücksichtigen muss.
Aktienrückkäufe
AkzoNobel ist zuversichtlich, den Refinanzierungsbedarf für 2009 abzuschließen. Angesichts der beispiellosen Unwägbarkeiten weltweit wird das Unternehmen sein Aktienrückkaufprogramm nicht zu Ende führen.
Den Bericht „Report for 2008 and the 4th Quarter“ finden Sie unter www.akzonobel.com/quarterlyresults.
Die Zahlen dieser Pressemitteilung stammen aus dem Bericht „Report for 2008 and the 4th Quarter“. Die Finanzzahlen von AkzoNobel für das Gesamtjahr 2008, die in den Primary Statements im Bericht „Report for 2008 and the 4th Quarter“ enthalten sind, stammen aus dem Jahresabschluss 2008. Der Abschluss wurde zur Veröffentlichung freigegeben. Die Abschlüsse wurden noch nicht gesetzlich veröffentlicht und müssen noch von der Aktionärshauptversammlung angenommen werden. In Übereinstimmung mit Artikel 2: 393 BW (Bürgerliches Gesetzbuch der Niederlande) hat KPMG Accountants N.V. einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk für den Abschluss erteilt, der Anfang März 2009 veröffentlicht wird. Alle Quartals- und Pro-forma-Zahlen sind ungeprüft.